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February 2012
Silva Agostini
February 2012
Mira Lange
January 2012
Merle Vorwald
SLOW
January 2012
Marion Orfila
January 2012
Ksawery Sominski
Seeing is forgetting (1923 - 1979)
January 2012
December 2011
Anita Tarnutzer
Quarter Rest
November 2011
Wilhelm Klotzek / David Polzin
November 2011
Martin Schepers
Wünschenswert ist eine scharfe Abgrenzung zwischen Diskordanz und Sedimentationslücken
October 2011
Miguel Angel Fernandez
,
October 2011
Sami Ben Larbi
Place Setting
September 2011
Insistere Sabine Reinfeld / Ulf Aminde
learning from big mistakes part III
September 2011
Rosha Yaghmai
Everyone´s happy in space...(0 gravity)
July 2011
AKV
Room Rumor
June 2011
Roland Brauchli
Sometimes the future is the reason for the past
June 2011
Philip Wiegard
survival of the nicest
May 2011
Riccardo Beretta
Birba
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Marit Neeb
Here Be Dragons
April 2011
Edouard Baribeaud
Der Flug der Eule
April 2011
VAST REALMS
March 2011
bau haus
March 2011
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╳Chrome Wave Arena╳
February 2011
Berglind Augustdottir
February 2011
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The Head As the Seat Of Reason
January 2011
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I PUT A FRAME ON YOU
December 2010
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October 2010
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June 2010
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May 2010
May 2010
REPORTAGEN
May 2010
FILIP CARANICA
MUSIK ZWISCHEN EREIGNIS UND WIEDERHOLUNG
May 2010
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May 2010
BLATT SPEZIAL
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Bad Liebenwerda
May 2010
TÄTORT Event Weeks / Veranstaltungswochen
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May 2010
Juliane Großheim
May 2010
TÄTORT Event Weeks / Veranstaltungswochen
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n.u.m.e.
April 2010
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what kind of shadow are you
April 2010
Clara Bausch
Set-s!
March 2010
Bodo Schlack
Night Of The Living Dead
March 2010
TÄT is closed for february
TÄT bleibt im Februar für Heizungseinbau geschlossen
February 2010
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Svalbard - state transition
January 2010
Filip Zorzor
FETTER UND ZARTER LOKALHAHN LAMINIERT MIT BESONDEREN MATERIALIEN
January 2010
Franz von Reden und Markus Zimmermann
1000 x ich; 1000 x du
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December 2009
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Barsoi
October 2009
Gabriel Rossell Santillán und Sabrina Muller
a garden, to live in a garden the life of a garden
October 2009
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Wasteland
October 2009
JOHANNES KULLEN
THEM
October 2009
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NORTH PALACE, ROOM 10A
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July 2009
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SECRETLY
July 2009
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THE BURRARD JUNCTION MACHINE
June 2009
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Persönliche Einladung
June 2009
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„Der Vogt von Elspe“
May 2009
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May 2009
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you are attending the exhibition it took me ages
May 2009
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SCHWINDEL
April 2009
Timo Klöppel
1 sm = 1852 m
April 2009
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March 2009
Anders Smebye
March 2009
Norbert Witzgall
F RA N C I N E ( L E A L S O U V E N I R )
February 2009
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geröll
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December 2008
Vandel #2
December 2008
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Kasia Fudakowski
Marco Meiran
Birne
November 2008
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SUPERMARKT
November 2008
CINEMATÄT III
October 2008
Johannes Kullen Daniel Lergon
Target
October 2008
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Tête à Tät - Rauch und Schale
September 2008
MK Kähne Andrei Loginov
ANARCHY & RIOT
September 2008
Summerbreak Sommerpause
July 2008
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QuickTime
June 2008
Filip Caranica & Julio Herrera
June 2008
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Obstacle
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Ilja Kloppenburg
May 2008
Wolf von Kries
30042008
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Charles Mayton / Thomas Torres Cordova
April 2008
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WIR RUFEN DICH GALAKTIKA
March 2008
CINEMA.TÄT I, II
March 2008
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November 2007
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October 2007
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September 2007
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LUCKALAIK
May 2007
Philip Topolovac
deep within blind fleck
April 2007
Silva Agostini

Saturday 4 February 2012 - Monday 13 February 2012

 

Perp Walk

 

 

Eröffnung: Samstag, den 4. Februar ab 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 5. - 12. Februar 2012

Öffnungszeiten: Do. 9. - So. 12. Februar 16 -19 Uhr

und nach Vereinbarung unter silvahila@hotmail.de

 

Opening: Saturday the 4th of February at 7 pm

Exhibition runs from the 5th till the 12th of February 2012

Show is open from Thursday the 9th till Sunday the 12th of February from 4 to 7 pm

and by appointment under silvahila@hotmail.de

 

 

Spätestens seit der Affäre um Dominique Strauss-Kahn kennen wir ihn, den Perp Walk. Ein Tatverdächtiger in den USA wird nach seiner Festnahme auf dem Weg zum Haftrichter öffentlich den Medien vorgeführt. Auf der einen Seite dieser »Justizperformance« steht der durch Handschellen und Polizisten in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkte Verdächtige. Auf der anderen Seite des Perp Walks stehen die Medien, die eine gute Schurkengeschichte wittern. Die Fotografen drücken in in dem Moment auf den Auslöser, in dem der Beschuldigte eine besonders unvorteilhafte Miene aufsetzt, und liefern der Öffentlichkeit die Bilder nach denen sie sich vermeintlich verzehrt.

Silva Agostini (*1979) zeigt in ihrer gleichnamigen Ausstellung bei TÄT keine mutmaßlichen Verbrecher. Sie führt etwas anderes vor – und das um einiges subtiler als manch ein amerikanisches Sensationsblatt.

Denn im Mittelpunkt ihrer hier präsentierten Arbeiten stehen nicht die Menschen selbst, sondern die Spuren, die sie hinterlassen. Drei Farbfotografien zeigen architektonische, urbane Strukturen in der albanischen Provinz. Das Heimatland der Künstlerin, die an der Berliner UdK studiert hat, liefert oft den Hintergrund ihrer künstlerischen Überlegungen.

Die Landschaft verheißt Sommerdürre; Niedriges, verdörrtes Gebüsch auf weiten Ebenen, karge Gebirgszüge und trockenes Geröll bestimmen das Setting. Im Mittelpunkt der Fotografie »Reaction Rate« (2012) steht das nackte Stahlträgergerüst einer unfertigen Halle. Vor einer diesigen Bergkette steht es verlassen in einer von Müll übersäten, trockenen Landschaft. Fast möchte man sagen „gottverlassen“; die Form nimmt basilikale Züge an, gerade auch vor dem kreuzförmigen Strommast im Hintergrund. Rund um die funktionlose Investorenruine sengen Plastiktüten und sonstiger Zivilisationsschrott in der Sonne. Die titelgebende ›Reaktionsgeschwindigkeit‹ kann nicht schneller als schleichend sein. Indem die Künstlerin auch in den Fotografien »Stationary« und »Clot« (beide ebenfalls 2012) menschenleere, behelfsmäßige Zivilisationsensembles inszeniert, die einmal gut gemeint waren, nun aber nur noch von einer einst erträumten, aber uneingelösten Idylle zeugen, verdeutlicht sie ihr künstlerisches Anliegen: Silva Agostini zeigt diese Strukturen bewusst chaotisch, gewollt unvorteilhaft. Sie führt sie vor. Doch ist es nicht das Motiv selbst, das unter Tatverdacht steht. Vielmehr zeigt Agostini diese nicht recht zu Ende gedachten Projekte als Symptome einer Gesellschaft, die sich hier nicht im Erreichten, sondern im Unfertigen, im Scheitern manifestiert. Der Müll, den die Angeklagten auf ihrem Weg wie beiläufig verlieren, ist davon archäologisch lesbares Zeugnis.

In dem Video »Displacing Motion« (2011) rückt der Müll schließlich in den Mittelpunkt: Auf einem Stück Landstraße stoßen die Reifen vorbeifahrender Autos wieder und wieder eine lädierte, staubige Plastikflasche an, zerren sie ein Stück mit sich, stoßen sie weg, machen sie platt. Erst nach rund fünf Minuten ist die Flasche aus dem Bild. Nun rauscht auch kein Fahrzeug mehr vorbei. Endlich Idylle.

 

 

Text: Stefanie Gerke